Grundtauchschein
ab dem vollendeten 16.Lebensjahr

A. Kursort:
Für die Übungen und anschließenden Prüfungen mit dem Tauchgerät muss ein 20 m tiefes Freigewässer zur Verfügung steht.

B. Vorbedingungen:
Teilnahmeberechtigt sind Absolventen des Vorbereitungskurses zum Grundtauchschein, welche im Besitz des Retterscheines sind, einen Nachweis über 16 Stunden Erste-Hilfe-Ausbildung vorlegen können und aktiv im ÖWR-Einsatzdienst mitwirken. Vor der Prüfungsabnahme der Gerätetauchdisziplinen haben die Kandidaten einen Übungsumfang von mindestens 10 Tauchgängen (davon drei in Tiefen zwischen 15 und 20 m) im Ausmaß von drei Pressluftstunden zu erbringen (im Freiwasser).

C. Abschlussprüfung:
Der theoretische Teil wird schriftlich (Beantwortung vorgelegter Fragen) und mündlich abgehalten. Die praktischen Disziplinen ohne Gerät sind nach Möglichkeit nicht im Schwimmbad, sondern, wie die Gerätetauchgänge, im Freigewässer zu absolvieren.
Zur Prüfungsabnahme im begrenzten Wasserbereich sind aktive ÖWR-Tauchlehrer und -assistenten berechtigt, im Freiwasser ausschließlich aktive ÖWR-Tauchlehrer; wenn es der LRT nicht ausdrücklich anders gestattet, so beurteilt eine Dreierkommission die einschlägigen Kenntnisse der Tauchscheinanwärter. Nach erfolgreichem Kursabschluss wird der entsprechende ÖWR-Tauchschein ausgestellt in dem der Kursleiter den Grundtauchschein bestätigt. (siehe Anhang).


D. Erforderliche praktische Fähigkeiten:
  1. 1000 m Schnorcheln, davon 750 m in Brust-, Seiten- und Rückenlage (jeweils ca. 250 m) sowie 250 m mit einer Flosse.
  2. 3 mal innerhalb von 1 Minute 4 m tief Freitauchen.
  3. Mit ABC-Ausrüstung Bergen eines "bewusstlosen" Gerätetauchers im Freigewässer aus 5 m Tiefe, anschließend 100 m ans Ufer schleppen und an Land bringen.
  4. 35 m Streckentauchen.
  5. 45 sec Zeittauchen, wobei eine Strecke von mindestens 10 m zurückzulegen ist.
  6. ABC-Ausrüstung auf 3 m versenken und dort anlegen; Maske und Schnorchel sind auszublasen.
  7. 15 m Schnorcheln und auf ca. 3 m Tiefe die gleiche Strecke zurücktauchen; diese Übung ist fünfmal hintereinander durchzuführen.
  8. Geschicklichkeitstauchen (ABC-Ausrüstung): Um- und Durchtauchen einfacher Hindernisse, Unterwasserrollen vor- und rückwärts, Tauchen in Rücken- und Seitenlagen etc.).
  9. ABC-Ausrüstung + Tauchgerät an Land und auch in 3 m Wassertiefe an- und ablegen.
  10. Mit kompletter Tauchausrüstung Durchführung von zwei verschiedenen Wassereinstiegen (Sprüngen) aus mindestens 1 m Höhe.
  11. 15-m-Gerätetauchgang: Maske in 3 bis 6 m Tiefe abnehmen, wieder aufsetzen f und entleeren; Lungenautomat aus dem Mund nehmen, loslassen und (von hinter dem Rücken) wieder einfangen.
  12. 15-m-Tauchgang: Während des Tauchens (in Bewegung) ca. 2 Minuten lang Wechselatmung mit zweitem Taucher (aus einem Regler); unter Wechselatmung auf 3 m hochsteigen, dort bei normaler Geräteatmung kurz verweilen und auftauchen; anschließend zehn Minuten Schnorcheln mit voller Ausrüstung.
  13. 15-m-Tauchgang: Der Prüfling nimmt seinen Regler aus dem Mund, taucht zu seinem 5 m entfernten Partner und atmet aus dessen 2. Lungenautomaten, unter Ortsveränderung, ca. 2 Minuten lang. Anschließend Simulation eines Notaufstieges, unter kontrollierter Luftabgabe, aus 5 m Wassertiefe, bei herausgenommenen Mundstück.
  14. Tauchgang zwischen 15 und 20 m: Anwendung der UW-Zeichensprache (Austausch von mindestens 5 Zeichen); Austarieren mit der Rettungsweste.
  15. Tauchgang zwischen 15 und 20 m: Nach Erreichen der neutralen Tarierung Aufstieg auf 10 Meter ohne Flossenbenutzung, dann Fortsetzung des Tauchganges; abschließend aus mindestens 10 Meter Tiefe kontrollierter Aufstieg, mit Sicherheitspause (ca. 1 Minute) auf 3 Meter.
  16. Bergen eines zweiten Tauchers aus ca. 15 m Tiefe (Sicherheitsstop zwischen 6 und 3 m) mit anschließendem Abschleppen an der Wasseroberfläche, ca. 50 m weit. Geborgenen an Land bringen und Wiederbelebung simulieren (bzw. an einer Puppe vorführen).


E. Theoretisches Wissen: Grundsätzliche Kenntnisse auf den Gebieten „Tauchpraxis und Einsatzdienst“ (einschließlich ÖWR-Tauchrichtlinien), „Tauchphysik und -chemie“, „Tauchmedizin“ und „Gerätekunde“.